Juni 14, 2024

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Sollte man eine Immobilie mit Denkmalschutz kaufen?

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Das charakteristische Fachwerk, das charmante kleine Haus mit Strohdach oder die alte geheimnisvolle Mühle. Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen haben ihren ganz besonderen Charme. Aber sollte man sich eine Immobilie mit Denkmalschutz kaufen? Wir beleuchten die Vor- und Nachteile genauer.

Denkmalgeschützte Immobilien als Investition?

Hört man den Begriff „denkmalgeschützte Immobilie“ hat man meist ein Bild eines alten verfallenen Hauses oder Gutshofs im Kopf. Dies entspricht allerdings oft nicht der Realität. Ein Haus, welches unter Denkmalschutz steht, muss keine einhundert Jahre alt sein. Bei einem Denkmal-Objekt handelt es sich um ein schützenswertes Gebäude von historischem Wert.

Dies kann ein schönes Fachwerkhaus mit großem Grundstück oder ein kleines mit Reet gedecktes Häuschen in zentraler Lage sein. Es lohnt sich also ein zweiter Blick auf den Immobilienmarkt denkmalgeschützter Gebäude. Gerade für junge Leute, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügen, ist eine Denkmal-Immobilie eine wunderbare Investition für die Zukunft. Die zahlreichen Steuervorteile und staatlichen Förderungen helfen, die hohen Sanierungskosten eines solchen Objekts zu stemmen.

Sanierungskosten

Wer mit dem Gedanken spielt, eine Immobilie mit Denkmalschutz zu kaufen, muss sich darauf einstellen, dass es zu hohen Sanierungskosten kommen wird. In der Regel betragen diese fünfzig bis siebzig Prozent vom Kaufpreis des Gebäudes. Romantisches Haus mit Reetdach, kleines Schloss am Waldrand oder historischer Gutshof. Egal, wie schön das Baudenkmal angepriesen wird, ein denkmalgeschütztes Gebäude ist nie sofort bezugsbereit. Ein altes Haus macht Arbeit – beim Kauf und auch danach. Die Sanierung eines denkmalgeschützten Gebäudes birgt auch einige Tücken. Daher empfiehlt es sich, vor der Sanierung einen Sachverständigen zu beauftragen.

Doch ein altes Haus hat auch so manchen Vorteil. Meist bestehen denkmalgeschützte Objekte aus natürlichen Materialien wie Holz, Ziegelstein und Lehm. Diese Rohstoffe regulieren den Feuchtigkeitshaushalt und sorgen für ein optimales Raumklima. Ein Reetdach bietet eine ganz besondere Behaglichkeit, ist jedoch in der Instandhaltung viermal so teuer wie ein Ziegeldach.

Die gute Nachricht ist: wenn Sie vorhaben, eine Immobilie mit Denkmalschutz zu kaufen, erhalten Sie große staatliche Unterstützung. Nicht nur steuerliche Vorteile, sondern auch bis zu einhundertprozentige Abschreibung auf die Sanierungskosten winken beim Kauf eines denkmalgeschützten Hauses.

Denkmalvorschriften

Wenn Sie sich dafür entschieden haben, eine Immobilie mit Denkmalschutz zu kaufen, müssen Sie sich mit dem Denkmalschutzamt abstimmen. Alle baulichen Veränderungen unterliegen strikten Auflagen. Private Bauherren wenden sich an die untere Denkmalschutzbehörde. Diese überwacht die Sanierung von Baudenkmälern. Auch Förderanträge können hier eingereicht werden. Zudem berät die Behörde zu geplanten Baumaßnahmen und formuliert die denkmalpflegerischen Anforderungen.

Weil der Bund die Pflege und Verwaltung denkmalgeschützter Gebäude und Grundstücke den Ländern übertragen hat, besitzt jedes Bundesland ein eigenes Denkmalschutzrecht. Die zuständige Denkmalschutzbehörde sorgt für den Erhalt von Kulturdenkmälern. Auflagen gegenüber den Eigentümern sorgen dafür, dass das historische Gesamtbild der Gebäude bei der Renovierung erhalten bleibt. Welche Auflagen bei der Renovierung einer denkmalgeschützten Immobilie zu beachten sind, kann von Bundesland zu Bundesland variieren. Daher ist es wichtig, die zuständige Denkmalschutzbehörde zu kontaktieren.

Kontrolliert werden unter anderem die verwendeten Techniken und Materialien sowie die Farbgebung. Bei Fachwerkhäusern ist die Anbringung einer Außendämmung untersagt, da diese die klassischen Holzbalken des Hauses verdecken würde.

 

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Das spricht für Denkmalimmobilien

Historische Gebäude wahren den Charme einer ganzen Region. Egal ob buntes Fachwerkhaus oder der kleine Gutshof – eine Denkmalschutz-Immobilie durchbricht das trostlose Einerlei der Neubauten. Eine Immobilie mit Denkmalschutz zu kaufen ist nicht selten eine emotionale Entscheidung. Trotz aller baulichen Hürden, sprechen zahlreiche Vorteile für den Kauf einer Denkmalimmobilie.

Welche Vorteile hat es, eine Immobilie mit Denkmalschutz zu kaufen?

Eine Denkmalimmobilie hat ihren Preis. Das betrifft nicht nur die Finanzen, sondern auch den Aufwand der Sanierung. Neben typischen Baumängeln alter Häuser, sind bei der Sanierung auch die Denkmalvorschriften zu beachten. Dennoch gibt es genügend Gründe, sich eine Immobilie mit Denkmalschutz zu kaufen.

Die Vorteile einer Denkmalschutz-Immobilie im Überblick

  • sichere Altersvorsorge
  • Steuervorteile von Denkmalimmobilien
  • hohe Freibeträge im Erbfall
  • hohe Rendite und Wertsteigerung
  • niedrige Zinsen
  • Erhalt und Weitergeben von Werten

Neben der hohen Sicherheit, dem Schutz vor Inflation sowie steuerlichen Vorteilen, sprechen zahlreiche weitere Gründe dafür, eine Immobilie mit Denkmalschutz zu kaufen. Der Kaufpreis für eine denkmalgeschützte Immobilie ist in Deutschland vergleichsweise noch günstig. Auch die Altersvorsorge spielt beim Kauf eines Baudenkmals eine immer größer werdende Rolle. Aufgrund der zahlreichen Schwächen des herkömmlichen Rentenmodells, setzen immer mehr junge Leute auf den Kauf eines Hauses als Sicherheit im Alter. Eine denkmalgeschützte Immobilie hat zudem den großen Vorteil, dass ein Großteil der Sanierungskosten abgeschrieben werden kann.

Staatliche Subventionierung

Eine Immobilie mit Denkmalschutz zu kaufen ist dank staatlicher Subvention keine schlechte Idee. Der erhebliche Steuervorteil erleichtert Ihnen als Eigentümer die Sanierung der Denkmalschutz-Immobilie. Die größte Herausforderung einer solchen Immobilie ist die energetische Sanierung. Während Eigentümer von gewöhnlichen Häusern frei agieren dürfen, unterliegt die Sanierung von Denkmalschutz-Immobilien strengen Regeln. Neben dem erhöhten bürokratischen Aufwand, eröffnet dies viele Wege zur Denkmalschutz-Förderung für die Hausbesitzer. Eigentümer einer Denkmalschutz-Immobilie profitieren von attraktiven Abschreibungsmöglichkeiten.

 

Auch die Denkmal-AfA hilft Ihnen, Steuern einzusparen. Ihre Aufgabe ist die Ergänzung der linearen Gebäudeabschreibung mit bis zu zweieinhalb Prozent im Jahr. Dies ist besonders für Selbstnutzer ein attraktiver Vorteil. Wohnungsbesitzer erhalten für eine Modernisierung der eigenen Wohnung die volle Denkmal-AfA.

Steuervorteile

Alte Gebäude versprühen nicht nur einen ganz besonderen Charme, sondern sind oft Objekt des öffentlichen Interesses. Eine historische Immobilie ist oftmals ein Kulturgut, welches seine Umgebung nachdrücklich prägt. Kein Wunder, dass Vater Staat die Instandhaltung denkmalgeschützter Gebäude steuerlich begünstigt.

Die hohen Freibeträge im Erbfall sprechen zusätzlich dafür, eine Immobilie mit Denkmalschutz zu kaufen. Die Freibeträge für Ehegatten liegen bei 500.000 €. Die Kinder der Erben haben Freibeträge von jeweils 400.000 €. Dadurch wird das Immobilienvermögen ohne Abfluss von Erbschaftssteuer an die Angehörigen übergeben.

Zudem können bei Vermietung des historischen Gebäudes einhundert Prozent der Sanierungskosten abgeschrieben werden. Die Verteilung ist wie folgt: in den ersten acht Jahren kann die Denkmalimmobilie mit neun Prozent abgeschrieben werden. In den folgenden vier Jahren beträgt die Abschreibung sieben Prozent.

Langfristiger Kapitalaufbau

Seit Jahren sind Immobilien wichtige Kapitalanlagen. Wer bereits in jungen Jahren zugreift, erhält für die Anschaffung einer leerstehenden Immobilie das Maximum an Fremdkapital. Bei regelmäßiger Tilgung, erhöht sich der Eigenkapitalanteil an dem denkmalgeschützten Haus fortlaufend. Zwar ist das eingesetzte Kapital in der Immobilie gebunden, erhöht aber die eigene Bonität. Dies sorgt für eine höhere Kreditwürdigkeit bei Banken zu besseren Konditionen. Wenn Sie sich eine Immobilie mit Denkmalschutz kaufen, haben Sie zudem die Chance auf eine Wertsteigerung.

Die wichtigste Regel bei einer langfristigen Kapitalanlage: viel hilft viel! Kapital vermehrt sich nur langsam. Je mehr Sie einsetzen können, desto mehr werden Sie später zur Verfügung haben. Bei der Wertsteigerung einer denkmalgeschützten Immobilie wird das besonders deutlich. Die Sanierungskosten betragen im Schnitt sechzig Prozent des Kaufpreises. Das ist erst einmal eine große Investition, die Sie zusätzlich zum Kaufpreis zu stemmen haben. Doch in der Zukunft wird Ihnen das von großem Nutzen sein. Wenn die einst baufällige und leerstehende Immobilie saniert ist, steigt auch ihr Wert. Energieeffizientes Sanieren bringt in der heutigen Zeit weitere Pluspunkte. Eigentümer sollten daher mit dem Einsatz ihres Kapitals in das denkmalgeschützte Haus nicht sparen.

Fazit

Eine Immobilie mit Denkmalschutz zu kaufen lohnt sich langfristig in jedem Fall. Neben hohen Steuervorteilen ist es ein einzigartiges Gefühl, in einem historischen Haus mit bester Lage zu wohnen. Verkäufliche Baudenkmäler finden Sie auf den jeweiligen Immobilien-Plattformen oder Sie sprechen mit Ihrem Makler des Vertrauens vor Ort.